Nach einer zugebenermaßen längeren Pause, drei Monaten ohne Rechner, viel Arbeit habe ich wieder Zeit mich einem Thema zu widmen, das mich schon länger interessiert und tatsächlich nun über die Anfangsintention des Blogs hinausgeht: Usability im TYPO3-Agenturalltag. Wer arbeitet damit? Kämpft Ihr euch als Designer, Coder oder Konzeptioner schon bei jeder Kundenwebsite durch mehrere Seiten Verbesserungen von Usability-Experten? Und wenn ja, wie geht es dem Redakteur dabei?
Usability? Kenn ich.
Benutzerfreundlichkeit als Dienste am Nutzer ist nunmehr nichts mehr Neues. Nachdem 2002 Steve Krug mit “Don’t make me think” schon mal einen Denkanstoß für Website Konzeptioner gegeben hatte, ist Benutzerfreundlichkeit von Websites wohl das Schlagwort seit 2008.
Firmen und Agenturen, die es sich leisten können, bringen ihre Webseiten und/oder mobile Applikation zu Usability-Agenturem und lassen testen, ob der DAU auch verstanden hat, was er zu tun hat. Dies ist zunächste auch nichts schlechtes und der gewünschte Erfolg (mehr Umsatz, Registrierungen, Kundenbindung, Gewinn, Stärkung der Marke etc.) stellt sich meist tatsächlich ein. Ganz nach Krug: “Wenn es einfach zu benutzen ist, benutze ich es auch öfter”.
Benutzerfreundlichkeit beginnt im Backend
Doch ist es auch erfolgsentscheidend für die Website, ob die Pflegearbeit im Backend, die der Redakteur oder der Kunde selbst betreibt, einfach zu handhaben sind? Auch hier nach Krug: “Wenn es mir Spaß bereitet, meine Website aktuell und mit den neusten Angeboten zu versehen, steigert das auch die Usability der Seite?” Gerade bei großen TYPO3-Projekten, die sehr viele Plugins und Extensions benötigen, sind Kunden und Redakteure meist vom benutzerunfreundlichen Interface von TYPO3 überfordert und frustriert. Wem ist nicht schon bei perfekt konzipierten Frontends, die der Kunde liebt, das Schnaufen während der TYPO3-Schulung das überforderte Schnaufen untergekommen. Dass dies nichts Neues ist, dürfte jedem, der mit TYPO3 täglich zu tun hat, bekannt sein.
Plugin Konzeption einmal überdacht
Aufgrund der Struktur von TYPO3 ist es kaum möglich als Freelancer oder Agentur allen selbst geschriebenen Extensions ein zur Aufgabe passendes, Usability-optimiertes Interface zu verpassen. Insbesondere das Eintragen von Datensätzen im List-Modul ist kaum ohne mehrere Manntage Aufwand in ein neues Gewand zu pressen und das ist dann auch nicht der Sinn bei einem Open Source CMS wie TYPO3.
Eine Lösung wäre aber schon bei der Konzeption von dynamischen Frontendinhalten, die Logik der Inhalte auch im Backendplugin abzubilden. Eine Feld zeigt sich im Frontend nicht, wenn es nicht gebraucht wird? Dann ist es auch nutzlos im Backend. Warum den Redakteur mit leeren Feldern überfordern?
Die Vorteile liegen auf der Hand
- Schnellere, effizientere Arbeit des Redakteurs
- Weniger Fehler durch logisches Führen des Redakteurs durch den Einpflegeprozess
- Motivierter Mitarbeiter
- Konzentration auf den Inhalt, nicht auf den Prozess
- Zufriedenere Kunden
- Weniger Supportanfragen
Realisiert werden kann dies zum Beispiel durch den Einsatz von JavaScript im Backend von TYPO3. Dem Backend von TYPO3 kann über TSConfig JavaScript hinzugefügt werden, das das Ein- oder Ausblenden von Feldern, Abbilden von Logiken des Frontends oder Benutzerunterstützung abbilden kann. In Backendmodulen ist das Einbinden von JS dankbar einfach, da es innerhalb eines <script>-Tags in der index.php des Backendmoduls eingefügt werden kann.
Frontendprinzipien für das Backend
Nur weil der normale Websiteuser das Backend so gut wie nie zu sehen bekommt, heißt das nicht, dass der Benutzer nicht von einem durch Usability motiviertem Redakteur profitieren kann. Alleine dadurch, dass Fehler beim Einpflegen vermieden werden, entsteht dem Nutzer schon ein Mehrwert. Wird Benutzerfreundlichkeit im Frontend zur Zeit entweder vernachlässigt oder überwertet, so kann das Einführen von einigen Usability-Prinzipien im Backend die Kundenzufriedenheit stark erhöhen.
Der erhöhte Aufwand beim Schreiben des JavaScripts oder CSS für das Backend ist sehr schnell durch verringerte Supportzeit beim Kunden verargumentiert und die Dankbarkeit von z.B Shop- oder Newsredakteuren ist der Agentur oder dem Freelancer sicher.